Herz & Stoffwechsel

Bluthochdruck verstehen und richtig messen

Wiederholt hohe Blutdruckwerte bleiben oft unbemerkt. Richtiges Messen und eine ärztliche Einordnung helfen, das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko zu senken.

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Digitales Blutdruckmessgerät mit Manschette am Arm
Regelmäßige Selbstmessung liefert verlässliche Werte. Foto: Mockup Graphics / Unsplash

Erkennen

Was die Werte bedeuten

Der Blutdruck wird mit zwei Zahlen in Millimeter Quecksilbersäule, kurz mmHg, angegeben. Der obere, systolische Wert entsteht, wenn das Herz Blut in den Kreislauf pumpt. Der untere, diastolische Wert beschreibt den Druck zwischen zwei Herzschlägen. Ein einzelner hoher Wert beweist keinen Bluthochdruck. Bewegung, Stress, Schmerzen, Kaffee oder eine volle Blase können die Messung vorübergehend verändern. Entscheidend sind wiederholte Werte unter vergleichbaren Bedingungen und deren ärztliche Beurteilung.

Bluthochdruck verursacht häufig lange keine Beschwerden. Kopfschmerz, Schwindel oder Nasenbluten sind nicht zuverlässig genug, um ihn zu erkennen oder auszuschließen. Dauerhaft erhöhte Werte können Gefäße, Herz, Gehirn, Nieren und Augen belasten.

Alltag

Zu Hause verlässlich messen

Setzen Sie sich vor der Messung etwa fünf Minuten ruhig hin. Rücken und Arm sollen gestützt sein, die Füße stehen nebeneinander auf dem Boden. Die passende Oberarmmanschette liegt auf Herzhöhe und nicht über Kleidung. Während der Messung nicht sprechen. Messen Sie nach dem vereinbarten Plan jeweils zweimal mit kurzer Pause und notieren Sie Werte, Uhrzeit, Puls und besondere Umstände. Eine einzelne auffällige Messung können Sie nach ruhigem Sitzen wiederholen.

Eine Apotheke kann bei der Auswahl einer passenden Manschette helfen, die Handhabung prüfen und Messfehler erkennen. Bringen Sie Gerät und Protokoll gelegentlich zum Abgleich in Praxis oder Apotheke mit. Auch frei verkäufliche Schmerzmittel, abschwellende Erkältungsmittel und pflanzliche Präparate können den Blutdruck beeinflussen. Lassen Sie deshalb Ihre gesamte Medikation prüfen.

Alltag

Was Sie selbst tun können

Regelmäßige Bewegung, weniger Salz in stark verarbeiteten Lebensmitteln, wenig Alkohol, Rauchstopp und eine schrittweise Gewichtsabnahme bei Übergewicht können günstig wirken. Beginnen Sie realistisch, etwa mit täglichen Spaziergängen. Verordnete Blutdruckmittel nicht auslassen, teilen oder eigenständig ändern, auch wenn Werte besser werden oder Nebenwirkungen vermutet werden.

Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Werte wiederholt über Ihrem persönlichen Zielbereich liegen, stark schwanken oder Schwindel und Schwäche auftreten. Die Praxis kann Heimwerte, Langzeitmessung, weitere Risiken und mögliche Ursachen gemeinsam beurteilen. Sehr hohe Werte ohne akute Beschwerden sollten noch am selben Tag medizinisch abgeklärt werden. Bei den genannten Notfallzeichen zählt nicht die Zahl allein, sondern die Kombination aus plötzlichen Beschwerden und Kreislaufbelastung.

Nehmen Sie zum Termin auch bekannte Nierenwerte, frühere Blutdruckbefunde und Angaben zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie mit. So lässt sich besser entscheiden, welche Kontrollen und persönlichen Zielwerte sinnvoll sind.

Quellen und weiterführende Informationen

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