Herz & Stoffwechsel

Niedriger Blutdruck im Alltag

Niedrige Blutdruckwerte sind oft harmlos, können aber Schwindel und Stürze begünstigen. Beschwerden, Verlauf und Medikamente entscheiden über die nötige Abklärung.

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Glas Wasser im Morgenlicht
Ausreichend trinken stabilisiert den Kreislauf. Foto: manu schwendener / Unsplash

Erkennen

Nicht nur auf eine Zahl schauen

Blutdruck ist individuell und schwankt im Tagesverlauf. Niedrige Werte können bei jungen, schlanken oder sportlichen Menschen normal sein. Wichtiger als eine feste Grenze ist, ob Beschwerden auftreten und ob die Werte neu oder deutlich anders sind. Typisch sind Benommenheit, Schwarzwerden vor den Augen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Unsicherheit beim Aufstehen. Diese Zeichen erlauben keine Selbstdiagnose: Flüssigkeitsmangel, Blutverlust, Infekte, Herzprobleme, hormonelle Störungen oder Medikamente können ähnlich wirken.

Bei Beschwerden kann eine Messung im Liegen und nach vorsichtigem Aufstehen Hinweise liefern. Führen Sie solche Messungen nur durch, wenn Sie nicht allein sind oder sich sicher festhalten können. Notieren Sie Blutdruck, Puls, Zeitpunkt, Beschwerden, Trinkmenge und Auslöser. Ein einzelner niedriger Messwert ohne Beschwerden ist meist weniger aussagekräftig als wiederkehrender Schwindel.

Alltag

Sicher durch den Alltag

Stehen Sie in Etappen auf: zuerst aufsetzen, die Füße bewegen, kurz warten und dann mit Halt aufstehen. Spannen Sie Bein- und Gesäßmuskeln an, wenn sich Schwindel ankündigt. Setzen oder legen Sie sich sofort hin, statt weiterzugehen. Regelmäßige Mahlzeiten und ausreichendes Trinken können helfen, sofern keine Herz- oder Nierenerkrankung eine Flüssigkeitsbegrenzung verlangt. Mehr Salz ist keine allgemeine Empfehlung und sollte besonders bei Herz-, Nieren- oder Blutdruckerkrankungen ärztlich besprochen werden.

Apotheken können die Messtechnik und die Manschettengröße kontrollieren. Lassen Sie dort auch alle Arzneimittel einschließlich Schlafmittel, Entwässerungsmittel und frei verkäuflicher Präparate auf mögliche Kreislaufwirkungen prüfen. Verordnete Medikamente dürfen Sie nicht selbst absetzen oder anders einnehmen.

Ärztlich abklären

Wann die Praxis gefragt ist

Lassen Sie neue, häufige oder zunehmende Beschwerden zeitnah untersuchen. Das gilt besonders nach einem Medikamentenwechsel, bei Stürzen, Herzstolpern, Gewichtsverlust, Durchfall oder Erbrechen. Die ärztliche Untersuchung kann Blutdruck im Liegen und Stehen, Herzrhythmus und bei Bedarf Blutwerte einbeziehen.

Nach kurzer Ohnmacht sollte die Ursache ärztlich geklärt werden, auch wenn Sie sich wieder gut fühlen. Bei einer verletzten Person, wiederholter Ohnmacht, auffällig langsamem oder schnellem Puls sowie den genannten Notfallzeichen rufen Sie 112. Bis Hilfe eintrifft, die Person nicht allein lassen und bei normaler Atmung sicher lagern.

Für die Abklärung ist wichtig, ob der Schwindel nur beim Aufstehen, nach Mahlzeiten, bei Hitze oder auch im Sitzen auftritt. Dokumentieren Sie außerdem Stürze und Beinahe-Stürze. Bei älteren Menschen können kleine Anpassungen wie gute Beleuchtung, feste Schuhe und entfernte Stolperfallen das Verletzungsrisiko senken, während die Ursache untersucht wird.

Quellen und weiterführende Informationen

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