Magen & Darm
Durchfall
Akuter Durchfall wird häufig durch Infektionen ausgelöst, wobei der rechtzeitige Ersatz von Flüssigkeit und Salzen besonders wichtig ist.
Erkennen
Woran man Durchfall erkennt
Von Durchfall spricht man meist bei mehreren sehr weichen oder flüssigen Stühlen am Tag. Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen oder Fieber können hinzukommen. Häufig steckt ein ansteckender Magen-Darm-Infekt dahinter. Auch verdorbene Lebensmittel, Unverträglichkeiten, Reisen oder Medikamente, besonders Antibiotika, sind mögliche Auslöser. An den Beschwerden allein lässt sich die Ursache nicht sicher feststellen.
Die wichtigste unmittelbare Gefahr ist der Verlust von Wasser und Salzen. Säuglinge, kleine Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit Nieren-, Herz- oder Stoffwechselerkrankungen können schneller austrocknen.
Alltag
Flüssigkeit sinnvoll ersetzen
Trinken Sie regelmäßig kleine Mengen, besonders wenn gleichzeitig Übelkeit besteht. Wasser und Tee allein ersetzen verlorene Salze nicht immer ausreichend. Standardisierte Elektrolyt-Glukose-Lösungen aus der Apotheke sind vor allem bei stärkerem Durchfall, Erbrechen oder erhöhtem Risiko sinnvoll. Bereiten Sie diese genau nach Packungsangabe zu. Sehr süße Getränke, unverdünnte Säfte und Alkohol können den Darm zusätzlich belasten.
Essen Sie, sobald Sie Appetit haben, leichte vertraute Speisen in kleinen Portionen. Eine strenge Nulldiät ist in der Regel nicht nötig. Gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife, getrennte Handtücher und sorgfältige Toilettenhygiene helfen, andere zu schützen. Bereiten Sie während der akuten Erkrankung möglichst kein Essen für andere zu.
Beobachten Sie nicht nur die Zahl der Toilettengänge, sondern auch Trinkmenge, Urin, Temperatur und Allgemeinzustand. Ein Säugling mit deutlich weniger nassen Windeln braucht rasch fachliche Einschätzung. Wer Durchfall hat, sollte besonders sorgfältig prüfen, ob regelmäßig benötigte Medikamente im Körper bleiben konnten. Eine zusätzliche Einnahme darf jedoch nur nach fachlicher Rücksprache erfolgen.
Beratung
Was die Apotheke klären kann
In der Apotheke lässt sich einschätzen, welche Trinklösung passt und ob ein kurzfristiges Mittel gegen Durchfall vertretbar ist. Solche Medikamente sind bei Fieber, Blut im Stuhl, bestimmten Vorerkrankungen und für manche Altersgruppen ungeeignet. Nennen Sie deshalb alle Begleitsymptome, Reisen und eingenommenen Arzneimittel. Antibiotika helfen nicht gegen die häufigen viralen Ursachen und gehören in ärztliche Hand.
Bringen Sie mit, was Sie schon verwenden
Ihre aktuellen Arzneimittel, Vorerkrankungen und offene Fragen – im Gespräch klären wir gemeinsam, was zu Ihnen passt.
Alltag
Grenzen der Selbstbehandlung
Ärztlicher Rat ist nötig bei Blut oder schwarzem Stuhl, hohem Fieber, starken Schmerzen, deutlicher Schwäche oder Zeichen der Austrocknung wie trockenem Mund, Schwindel und wenig Urin. Das gilt auch, wenn Erwachsene nach etwa zwei Tagen keine Besserung bemerken, der Durchfall nach einer Fernreise oder unter Antibiotika auftritt oder immer wiederkehrt. Bei Säuglingen, kleinen Kindern, gebrechlichen Menschen und Schwangeren sollte früher medizinisch nachgefragt werden.
Quellen und weiterführende Informationen
Fragen zu Ihrer Gesundheit oder Medikation?
Fragen Sie einen persönlichen Beratungstermin in unserer Apotheke an.