Herz & Stoffwechsel

Gicht und Harnsäure verstehen

Ein Gichtanfall verursacht oft plötzlich ein heißes, stark schmerzendes Gelenk. Die Diagnose und langfristige Harnsäurebehandlung gehören in ärztliche Hände.

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Frische Kirschen in einer Schale
Die Ernährung beeinflusst den Harnsäurespiegel. Foto: Mohammad Amin Masoudi / Unsplash

Erkennen

Was hinter einem Gichtanfall steckt

Harnsäure entsteht beim Abbau von Purinen und wird überwiegend über die Nieren ausgeschieden. Ist dauerhaft zu viel Harnsäure vorhanden, können sich Kristalle in Gelenken ablagern. Ein Anfall beginnt oft plötzlich, häufig nachts. Das betroffene Gelenk ist stark schmerzhaft, gerötet, heiß und geschwollen. Oft trifft es das Grundgelenk des großen Zehs, möglich sind aber auch Knie, Sprunggelenk, Hand oder Ellenbogen.

Ein erhöhter Harnsäurewert allein beweist keine Gicht, und während eines akuten Anfalls kann der Wert unauffällig sein. Ein bakteriell entzündetes Gelenk kann sehr ähnlich aussehen und muss schnell behandelt werden. Der erste Anfall sollte deshalb ärztlich untersucht werden.

Alltag

Im Anfall sicher handeln

Schonen und lagern Sie das Gelenk hoch. Vorsichtiges Kühlen kann angenehm sein, Eis gehört aber nicht direkt auf die Haut. Trinken Sie ausreichend, sofern keine Herz- oder Nierenerkrankung dagegen spricht. Beginnen Sie keine Schmerzmittel wahllos: Entzündungshemmende Mittel sind bei Nierenerkrankung, Magengeschwüren, Herzproblemen oder Gerinnungshemmern nicht für alle geeignet.

Die Apotheke kann prüfen, ob ein empfohlenes Mittel zu Ihren Erkrankungen und anderen Medikamenten passt. Einige Entwässerungsmittel und weitere Arzneimittel können den Harnsäurewert beeinflussen. Setzen Sie diese nicht selbst ab. Eine bereits verordnete harnsäuresenkende Dauertherapie wird ebenfalls nicht eigenständig unterbrochen oder verändert.

Alltag

Weitere Anfälle vermeiden

Nicht jeder Mensch mit hohem Harnsäurewert braucht Medikamente. Wiederholte Anfälle, Gichtknoten, Nierensteine und die Nierenfunktion fließen in die Entscheidung ein. Bei einer Dauertherapie werden Harnsäure und Verträglichkeit kontrolliert. Ein Messprotokoll zu Anfällen, möglichen Auslösern und Medikamenten hilft beim Termin.

Weniger Bier und Spirituosen, weniger zuckergesüßte Getränke und maßvolle Portionen von Fleisch und Meeresfrüchten können das Risiko senken. Pflanzliche Lebensmittel müssen nicht pauschal gemieden werden. Bei Übergewicht ist langsames Abnehmen sinnvoll; Fasten und Crashdiäten können einen Anfall begünstigen.

Suchen Sie am selben Tag ärztliche Hilfe, wenn ein Gelenk erstmals akut entzündet ist, die Schmerzen rasch zunehmen oder Sie immungeschwächt sind. Fieber und Schüttelfrost sprechen nicht für einen gewöhnlichen Verlauf und erfordern eine dringende Abklärung auf eine Gelenkinfektion.

Nach dem Anfall sollte ein Kontrolltermin klären, ob Nierenwerte, Harnsäure und bestehende Medikamente überprüft werden müssen. Fotografieren Sie die Schwellung und notieren Sie Beginn sowie Dauer, falls das Gelenk beim Termin wieder normal aussieht. Hautknoten an Fingern, Zehen, Ellenbogen oder Ohr können Harnsäureablagerungen sein und gehören ebenfalls gezeigt.

Quellen und weiterführende Informationen

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