Herz & Stoffwechsel
Herzrhythmusstörungen einordnen
Herzstolpern ist häufig harmlos, kann aber auch eine behandlungsbedürftige Rhythmusstörung anzeigen. EKG und Beschwerden liefern die entscheidenden Hinweise.
Erkennen
Was Puls und Herzstolpern sagen
Der normale Herzschlag wird durch elektrische Impulse gesteuert. Zusätzliche Schläge können sich wie Stolpern oder ein kurzer Aussetzer anfühlen. Der Puls kann außerdem plötzlich schnell, langsam oder unregelmäßig werden. Aufregung, Bewegung, Schlafmangel, Alkohol, Infekte und manche Medikamente beeinflussen den Rhythmus. Häufig sind einzelne Extraschläge harmlos, doch das Empfinden allein verrät nicht, welche Rhythmusstörung vorliegt.
Smartwatch und Pulsmesser können Auffälligkeiten anzeigen, stellen aber keine sichere Diagnose. Ein Elektrokardiogramm, kurz EKG, zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf. Wenn Episoden selten auftreten, können Langzeit-EKG oder Ereignisrekorder helfen. Vorhofflimmern ist ein häufiger unregelmäßiger Rhythmus, der manchmal unbemerkt bleibt und das Schlaganfallrisiko erhöhen kann.
Alltag
Beobachtungen sinnvoll festhalten
Notieren Sie Beginn, Dauer, Puls, Regelmäßigkeit, Tätigkeit und Begleitzeichen wie Schwindel, Luftnot oder Brustdruck. Speichern Sie eine Geräteaufzeichnung, ohne sich allein darauf zu verlassen. Tasten Sie den Puls in Ruhe, aber kontrollieren Sie ihn nicht ständig. Wiederkehrende, länger anhaltende oder belastungsabhängige Episoden gehören in die Praxis. Das gilt auch bei auffällig langsamem Puls mit Schwäche oder Leistungsknick.
Bis zur Klärung können regelmäßiger Schlaf, maßvoller Alkoholkonsum und weniger individuell auslösende koffeinhaltige Getränke helfen. Bei Beschwerden keine riskanten Tätigkeiten wie Autofahren, Arbeiten auf Leitern oder Schwimmen allein fortsetzen.
Alltag
Medikamente nicht selbst verändern
Erkältungsmittel, Schilddrüsenhormone, Asthmamittel und andere Arzneien können den Puls beeinflussen. Die Apotheke kann Ihre vollständige Medikation einschließlich Nahrungsergänzungen auf mögliche Wechselwirkungen prüfen. Verordnete Rhythmusmittel, Betablocker oder Gerinnungshemmer nie eigenständig auslassen, teilen oder zusätzlich einnehmen. Bei Vorhofflimmern schützt ein Gerinnungshemmer nicht vor dem Stolpern selbst, sondern kann je nach Risiko Schlaganfällen vorbeugen.
Ärztliche Kontrollen können EKG, Blutdruck, Schilddrüsenwerte und Elektrolyte umfassen. Sofortige Hilfe ist nötig, wenn Herzrasen oder ein sehr langsamer Puls mit Ohnmacht, Brustschmerz, schwerer Atemnot oder neurologischen Ausfällen einhergeht. Bei einer bewusstlosen Person ohne normale Atmung 112 rufen und Wiederbelebung beginnen. Bei normalen Vitalzeichen, aber anhaltendem Herzrasen und deutlichem Unwohlsein, noch am selben Tag medizinischen Rat einholen.
Bereiten Sie für den Termin Angaben zu Herzkrankheiten in der Familie, früheren Ohnmachten und dem Beginn neuer Medikamente vor. Auch Energy-Drinks, Alkohol, Drogen und Nahrungsergänzungen sind medizinisch relevant. Ein unauffälliges Ruhe-EKG schließt kurze, nur gelegentlich auftretende Episoden nicht aus. Das Beschwerdeprotokoll hilft deshalb bei der Wahl der passenden Aufzeichnungsdauer.
Quellen und weiterführende Informationen
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