Haut & Allergien
Insektenstiche
Normale lokale Stichreaktionen versorgen, allergische Notfälle erkennen und entzündete Stiche rechtzeitig abklären.
Erkennen
Normale Reaktion oder Allergie?
Nach einem Mücken-, Wespen- oder Bienenstich sind Schmerz, Juckreiz, Rötung und eine begrenzte Schwellung rund um die Einstichstelle üblich. Die Reaktion kann am nächsten Tag noch deutlicher sein und klingt meist wieder ab. Eine große Lokalreaktion reicht weiter über die Stichstelle hinaus, bleibt aber auf die Umgebung begrenzt.
Eine schwere allergische Reaktion betrifft andere Organe: Quaddeln am ganzen Körper, Schwellung von Lippen oder Zunge, Heiserkeit, Atemnot, Erbrechen, Schwindel oder Kreislaufprobleme sind Warnzeichen. Ein roter Ring, der sich Tage bis Wochen nach einem möglichen Zeckenstich langsam ausbreitet, passt nicht zur unmittelbaren Stichreaktion und sollte ärztlich beurteilt werden. Zecken sind keine Insekten, benötigen aber eine eigene Entfernung und Beobachtung.
Alltag
Was direkt getan werden kann
Bei einem Bienenstich bleibt der Stachel manchmal stecken. Er sollte zügig entfernt werden, ohne lange an der Methode zu verzögern. Anschließend wird die Stelle mit Wasser gereinigt und gekühlt. Ein Tuch zwischen Haut und Kühlpack verhindert Kälteschäden. Schmuck an einer anschwellenden Hand sollte früh abgenommen werden. Kratzen und Aufstechen erhöhen das Risiko einer Infektion.
Bei einem Stich im Mund oder Rachen sofort 112 rufen, weil eine Schwellung die Atemwege einengen kann. Bis Hilfe eintrifft, kann die betroffene Person Eis lutschen, wenn sie wach ist und sicher schlucken kann. Menschen mit bekanntem Allergie-Notfallset wenden es nach ihrem ärztlichen Notfallplan an. Nach einer Adrenalin-Anwendung ist medizinische Überwachung nötig, auch wenn es zunächst besser wird.
Beratung
Was die Apotheke klären kann
Die Apotheke kann Größe, Ort, Zeitpunkt und Verlauf der Reaktion erfragen und geeignete Möglichkeiten gegen Juckreiz oder Schwellung erklären. Alter, Schwangerschaft, offene Haut und andere Medikamente beeinflussen die Auswahl. Bei früheren Reaktionen außerhalb der Stichstelle sollte sie nicht nur ein lokales Mittel empfehlen, sondern zur allergologischen Abklärung raten. Hitzeanwendungen bergen Verbrennungsrisiken und sind nicht für jede Person geeignet.
Bringen Sie mit, was Sie schon verwenden
Ihre aktuellen Arzneimittel, Vorerkrankungen und offene Fragen – im Gespräch klären wir gemeinsam, was zu Ihnen passt.
Ärztlich abklären
Wann medizinische Hilfe nötig ist
Bei Stichen in Mund oder Rachen sowie bei Atem-, Kreislauf- oder ausgeprägten Allgemeinbeschwerden sofort 112 rufen. Ein Stich direkt am Auge gehört rasch ärztlich beurteilt. Ärztlicher Rat ist auch nötig, wenn Rötung, Wärme und Schmerz nach einigen Tagen zunehmen, Eiter entsteht, Fieber auftritt oder rote Streifen sichtbar werden. Sehr viele gleichzeitige Stiche können auch ohne Allergie gefährlich sein, besonders bei Kindern. Nach einer systemischen Reaktion sollte eine Allergiediagnostik und ein persönlicher Notfallplan folgen.
Quellen und weiterführende Informationen
Fragen zu Ihrer Gesundheit oder Medikation?
Fragen Sie einen persönlichen Beratungstermin in unserer Apotheke an.