Haut & Allergien

Lippenherpes

Lippenherpes früh erkennen, Ansteckung im Alltag vermeiden und gefährdete Personen besonders schützen.

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Nahaufnahme gepflegter Lippen
Bei den ersten Anzeichen früh mit der Behandlung beginnen. Foto: Melissa Di Rocco / Unsplash

Erkennen

Typischer Verlauf und Unterschiede

Lippenherpes wird meist durch Herpes-simplex-Viren verursacht. Vor sichtbaren Veränderungen kribbelt, spannt, juckt oder brennt oft eine kleine Stelle am Lippenrand. Danach entstehen gruppierte, flüssigkeitsgefüllte Bläschen. Sie öffnen sich, verkrusten und heilen gewöhnlich wieder ab. Die Viren bleiben im Körper und können etwa bei Infekten, Stress, starker Sonne oder Schlafmangel erneut aktiv werden.

Eingerissene Mundwinkel sitzen eher direkt in den Winkeln und bilden keine typischen Bläschengruppen. Honiggelbe Krusten, rasche Ausbreitung oder Eiter können für eine bakterielle Infektion sprechen. Kleine schmerzhafte Geschwüre innerhalb des Mundes sind oft Aphthen und kein Lippenherpes. Bei erstmaligem oder ungewöhnlichem Befund ist eine sichere Unterscheidung wichtig.

Alltag

Ansteckung verringern

Vom ersten Kribbeln bis zum vollständigen Abheilen ist direkter Kontakt mit der Stelle zu vermeiden. Bläschen werden nicht geöffnet und Krusten nicht abgekratzt. Nach jeder Berührung sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Gläser, Besteck, Handtücher, Lippenpflege und Rasierer werden in dieser Zeit nicht geteilt. Küssen und Oralverkehr können das Virus übertragen.

Besondere Vorsicht gilt gegenüber Neugeborenen, Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem und Personen mit ausgeprägter Neurodermitis. Betroffene sollten Babys nicht küssen und aktive Stellen abdecken, soweit das ohne Reizung möglich ist. Kontaktlinsen werden nicht direkt nach dem Berühren der Lippe eingesetzt. Das Auge selbst darf nicht mit Herpescreme behandelt werden. Kühle Umschläge können Beschwerden lindern; aggressive Desinfektionsmittel oder Zahnpasta reizen die Haut.

Ein eigener Lippenpflegestift sollte nach dem Ausbruch nicht mit anderen geteilt werden.

Beratung

Was die Apotheke klären kann

Die Apotheke kann bei einem bekannten typischen Verlauf erklären, welche rezeptfreien Möglichkeiten früh im Ausbruch infrage kommen und wie sie hygienisch aufgetragen werden. Sie fragt nach Alter, Schwangerschaft, Häufigkeit, Ausdehnung und Vorerkrankungen. Pflaster können die Stelle schützen, verhindern eine Übertragung aber nicht sicher. Mittel für die Lippe sind nicht automatisch für Auge, Mundschleimhaut oder Genitalbereich geeignet.

Bringen Sie mit, was Sie schon verwenden

Ihre aktuellen Arzneimittel, Vorerkrankungen und offene Fragen – im Gespräch klären wir gemeinsam, was zu Ihnen passt.

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Ärztlich abklären

Wann ärztlich abklären?

Ein erster starker Ausbruch, häufige Rückfälle, große Flächen oder fehlende Abheilung sollten untersucht werden. Das gilt besonders bei Immunschwäche, Neurodermitis, Schwangerschaft kurz vor der Geburt und bei sehr jungen Säuglingen. Bläschen nahe am Auge, Augenschmerz, Rötung, Lichtscheu oder verschwommenes Sehen sind dringend, weil die Hornhaut betroffen sein kann. Fieber mit vielen schmerzhaften Bläschen, Schluckproblemen oder deutlicher Schwäche erfordert ebenfalls zeitnahe Hilfe.

Quellen und weiterführende Informationen

Fragen zu Ihrer Gesundheit oder Medikation?

Fragen Sie einen persönlichen Beratungstermin in unserer Apotheke an.

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