Magen & Darm

Reizdarm

Beim Reizdarmsyndrom treten wiederkehrende Bauchbeschwerden und veränderter Stuhlgang auf, wobei die Diagnose erst nach ärztlicher Prüfung anderer Ursachen gestellt wird.

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Schüssel mit buntem Gemüsesalat
Eine angepasste Ernährung hilft, Auslöser beim Reizdarm zu erkennen. Foto: Anna Pelzer / Unsplash

Erkennen

Mehr als ein empfindlicher Darm

Wiederkehrende Bauchschmerzen, Blähungen und ein veränderter Stuhlgang können zu einem Reizdarmsyndrom passen. Manche Menschen haben überwiegend Durchfall, andere Verstopfung oder einen Wechsel aus beidem. Die Beschwerden sind real und können den Alltag erheblich belasten. Sie beweisen jedoch für sich allein keinen Reizdarm.

Vor einer Diagnose prüft die Arztpraxis, ob andere Ursachen wie eine Infektion, chronische Entzündung, Zöliakie oder Unverträglichkeit wahrscheinlicher sind. Welche Untersuchungen nötig sind, hängt von Alter, Verlauf und Warnzeichen ab. Stress kann Beschwerden verstärken, ist aber nicht gleichbedeutend mit einer eingebildeten Erkrankung.

Alltag

Muster statt Verbotslisten suchen

Ein zeitlich begrenztes Tagebuch zu Mahlzeiten, Stuhl, Schmerzen, Schlaf und Belastung kann persönliche Muster zeigen. Regelmäßige Mahlzeiten, Bewegung und ausreichend Schlaf helfen manchen Betroffenen. Verändern Sie immer nur wenige Dinge gleichzeitig, damit erkennbar bleibt, was wirkt.

Sehr strenge Diäten sollten nicht ohne Ernährungsfachkraft begonnen werden. Eine sogenannte FODMAP-arme Ernährung kann zeitweise helfen, ist aber komplex und verlangt eine geplante Wiedereinführung von Lebensmitteln. Dauerhafte unnötige Einschränkungen können Nährstoffmängel und zusätzliche Ängste rund ums Essen fördern.

Hilfreich ist ein gemeinsames, konkretes Behandlungsziel, etwa weniger Schmerztage oder besser planbare Toilettengänge. Vollständige Beschwerdefreiheit ist nicht immer sofort erreichbar. Entspannungsverfahren, darmbezogene Hypnose oder kognitive Verhaltenstherapie können bei einigen Menschen die Verarbeitung der Darmreize verbessern. Das bedeutet nicht, dass die Beschwerden nur psychisch sind. Planen Sie für jeden Versuch einen überschaubaren Zeitraum und bewerten Sie danach Nutzen und Nebenwirkungen.

Regelmäßige Verlaufstermine vermeiden, dass neue Symptome vorschnell dem bekannten Reizdarm zugerechnet werden.

Alltag

Individuelle Behandlung

Es gibt kein Mittel, das allen gleichermaßen hilft. Je nach Hauptbeschwerde kommen lösliche Ballaststoffe, krampflösende Mittel, Mittel gegen Verstopfung oder Durchfall und psychologische Verfahren infrage. Die Apotheke kann kurzfristige Optionen, Wechselwirkungen und Einnahmegrenzen erklären. Probiotika unterscheiden sich stark; ein Nutzen lässt sich nicht pauschal versprechen. Besprechen Sie längerfristige Beschwerden und Therapieversuche mit der Arztpraxis.

Alltag

Was nicht zum Reizdarm passt

Blut im Stuhl, schwarzer Stuhl, Fieber, Blutarmut, nächtlicher Durchfall und unbeabsichtigter Gewichtsverlust verlangen eine erneute ärztliche Prüfung. Ebenso wichtig sind neu beginnende Beschwerden im höheren Alter, eine deutliche Verschlechterung oder Darmkrebs und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen in der Familie. Akute starke Schmerzen, ein harter Bauch, Ohnmacht oder anhaltendes Erbrechen sind Notfallzeichen und dürfen nicht als bekannter Reizdarm abgetan werden.

Quellen und weiterführende Informationen

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