Herz & Stoffwechsel
Schilddrüsenüberfunktion verstehen
Zu viele Schilddrüsenhormone beschleunigen viele Körperfunktionen. Blutwerte und Ursachenklärung sind wichtig, besonders bei Herzrasen und Gewichtsverlust.
Erkennen
Wenn der Stoffwechsel zu schnell läuft
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion wirken zu viele Schilddrüsenhormone im Körper. Mögliche Zeichen sind Herzklopfen, schneller oder unregelmäßiger Puls, Zittern, Schwitzen, innere Unruhe, Schlafprobleme, Durchfall und Gewichtsverlust trotz guten Appetits. Ältere Menschen haben manchmal nur Schwäche, Gewichtsabnahme oder Herzrhythmusstörungen. Die Beschwerden sind nicht beweisend und sollten nicht ohne Blutuntersuchung gedeutet werden.
Häufige Ursachen sind Morbus Basedow, bei dem Antikörper die Schilddrüse anregen, oder selbstständig arbeitende Schilddrüsenknoten. Auch eine Entzündung kann gespeicherte Hormone vorübergehend freisetzen. Jodhaltige Medikamente und Kontrastmittel sind für die Ursachenklärung wichtig.
Ärztlich abklären
Was Labor und Untersuchung zeigen
Bei einer typischen Überfunktion ist TSH niedrig, während freies T4 oder freies T3 erhöht sein können. Einzelne Abweichungen müssen im Zusammenhang mit Beschwerden, Medikamenten, Schwangerschaft und weiteren Befunden gesehen werden. Antikörpertests, Ultraschall oder eine nuklearmedizinische Untersuchung können die Ursache klären. Teilen Sie vor Untersuchungen mit, welche Schilddrüsenmittel, Nahrungsergänzungen oder jodhaltigen Produkte Sie verwenden.
Bis zur Abklärung sollten Sie starke körperliche Belastung vermeiden, wenn Herzrasen oder deutliche Schwäche auftreten. Ausreichend trinken, sofern keine medizinische Flüssigkeitsbegrenzung besteht. Verwenden Sie keine hoch dosierten Jod- oder Algenpräparate auf eigene Faust.
Alltag
Behandlung sicher begleiten
Schilddrüsenhemmende Medikamente erfordern regelmäßige Blutkontrollen. Nehmen Sie diese genau nach Plan und verändern Sie die Dosis nicht selbst. Die Apotheke kann Wechselwirkungen prüfen und erklären, was bei vergessener Einnahme laut persönlichem Plan zu tun ist. Fieber, Halsschmerzen oder Entzündungen im Mund unter einem Schilddrüsenhemmer müssen unverzüglich ärztlich abgeklärt werden, weil selten die Zahl bestimmter Abwehrzellen sinken kann. Gelbe Haut, dunkler Urin oder starker Juckreiz gehören ebenfalls rasch in die Praxis.
Kontrollen von Puls, Blutdruck und Schilddrüsenwerten zeigen, ob die Behandlung greift. Neu aufgetretenes Vorhofflimmern, Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmacht erfordern eine dringende Beurteilung. Eine thyreotoxische Krise ist selten, aber lebensbedrohlich. Hohes Fieber, extremes Herzrasen, Erbrechen und zunehmende Verwirrtheit sind Gründe für den sofortigen Notruf.
Bei Morbus Basedow können trockene, lichtempfindliche, gerötete oder hervortretende Augen auftreten. Neue Doppelbilder, Schmerzen hinter dem Auge oder eine Verschlechterung des Sehens sollten rasch augenärztlich beurteilt werden. Rauchen kann Augenprobleme ungünstig beeinflussen. Ein Rauchstopp ist deshalb besonders sinnvoll und kann mit Beratung sowie geeigneten Hilfen unterstützt werden.
Dokumentieren Sie zusätzlich Ruhepuls und Beschwerden, ohne den Puls zwanghaft immer wieder zu kontrollieren.
Quellen und weiterführende Informationen
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