Herz & Stoffwechsel
Schilddrüsenunterfunktion verstehen
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann den Stoffwechsel verlangsamen. Beschwerden und TSH-Wert müssen zusammen mit weiteren Laborwerten beurteilt werden.
Erkennen
Beschwerden sind nicht eindeutig
Die Schilddrüse bildet Hormone, die viele Stoffwechselvorgänge beeinflussen. Bei einer Unterfunktion stehen dem Körper zu wenige wirksame Schilddrüsenhormone zur Verfügung. Müdigkeit, Frieren, trockene Haut, Verstopfung, Konzentrationsprobleme, gedrückte Stimmung, Gewichtszunahme oder ein langsamer Puls können dazu passen. Keine dieser Beschwerden beweist eine Unterfunktion. Schlafmangel, Blutarmut, Depressionen und andere Erkrankungen können ähnlich aussehen.
Häufig steckt eine Autoimmunentzündung namens Hashimoto-Thyreoiditis dahinter. Weitere mögliche Gründe sind eine Schilddrüsenoperation, bestimmte Medikamente oder selten eine Störung der übergeordneten Hormonsteuerung.
Alltag
Laborwerte richtig lesen
TSH wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet und regt die Schilddrüse an. Bei einer typischen primären Unterfunktion steigt TSH, während freies T4 abfallen kann. Leichte TSH-Abweichungen können vorübergehend sein und müssen nicht automatisch behandelt werden. Referenzbereiche, Alter, Schwangerschaft, Beschwerden, Medikamente und der Zeitpunkt der Blutentnahme beeinflussen die Bewertung. Eine Wiederholungsmessung schafft häufig Klarheit.
Jodpräparate sind keine allgemeine Behandlung. Zu viel Jod kann bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen schaden. Besprechen Sie Nahrungsergänzungsmittel und jodhaltige Präparate deshalb vorab mit der Praxis oder Apotheke.
Alltag
Schilddrüsenhormon korrekt einnehmen
Wenn Levothyroxin verordnet wurde, kommt es auf eine gleichmäßige Einnahme an. Halten Sie sich an den vereinbarten Zeitpunkt und die Hinweise Ihres Präparats. Eisen, Calcium, bestimmte Mittel gegen Sodbrennen und weitere Arzneimittel können die Aufnahme beeinflussen. Die Apotheke kann den gesamten Einnahmeplan auf nötige Abstände und Wechselwirkungen prüfen.
Ändern Sie Dosis oder Präparat nicht eigenständig. Zu viel Schilddrüsenhormon kann unter anderem Herzrasen, Zittern und Schlafstörungen auslösen, zu wenig kann Beschwerden bestehen lassen. Nach einer Änderung wird der Laborwert erst mit Abstand kontrolliert, weil sich ein neues Gleichgewicht langsam einstellt.
Vereinbaren Sie eine ärztliche Kontrolle bei neuen Beschwerden, Kinderwunsch, Schwangerschaft, deutlicher Gewichtsänderung oder wenn weitere Medikamente hinzukommen. Bringen Sie Packung, Einnahmezeiten und Laborbefunde mit. Eine schwere, unbehandelte Unterfunktion führt nur selten zu einem akuten Notfall. Zunehmende Verlangsamung, auffällige Kälte, flache Atmung oder Bewusstseinsstörung erfordern jedoch sofortige Hilfe.
Biotin aus Nahrungsergänzungsmitteln kann bestimmte Labortests beeinflussen. Nennen Sie deshalb vor der Blutabnahme alle Vitamin- und Haarpräparate. Ob und wie lange vor einer Kontrolle pausiert werden soll, entscheidet die behandelnde Stelle. Achten Sie bei einem Präparatewechsel auf den Produktnamen und informieren Sie die Praxis, damit die nächste Kontrolle passend geplant wird.
Bewahren Sie aktuelle Laborwerte auf, damit Veränderungen auch nach einem Praxiswechsel nachvollziehbar bleiben.
Quellen und weiterführende Informationen
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