Herz & Stoffwechsel
Thrombosezeichen schnell erkennen
Eine tiefe Venenthrombose kann sich durch einseitige Schwellung und Schmerzen zeigen. Sie muss rasch untersucht werden, weil eine Lungenembolie entstehen kann.
Erkennen
Mögliche Zeichen ernst nehmen
Bei einer tiefen Venenthrombose bildet sich ein Blutgerinnsel meist in einer Bein- oder Beckenvene. Möglich sind eine neue einseitige Schwellung, Spannungsgefühl, Schmerz in Wade oder Oberschenkel, Wärme und eine veränderte Hautfarbe. Manche Thrombosen verursachen nur geringe Beschwerden. Umgekehrt können Muskelverletzungen, Entzündungen oder Venenprobleme ähnlich aussehen. Weder ein Selbsttest noch das Abtasten der Wade kann die Diagnose sicher stellen.
Das wichtigste Risiko ist eine Lungenembolie. Dabei löst sich ein Teil des Gerinnsels und gelangt in die Lunge. Plötzliche Atemnot, atemabhängiger Brustschmerz, schneller Puls, Bluthusten, starke Angst, Schwindel oder Ohnmacht sind Notfallzeichen.
Alltag
Was jetzt zu tun ist
Lassen Sie eine neue einseitige Beinschwellung oder einen begründeten Verdacht noch am selben Tag medizinisch beurteilen. Bis zur Abklärung das Bein nicht kräftig massieren und keine anstrengende Bewegung beginnen. Bei Atemnot oder Brustschmerz nicht selbst zur Klinik fahren, sondern 112 rufen. Die Diagnose erfolgt anhand von Beschwerden, Risiken, Blutuntersuchungen und meist Ultraschall.
Wichtige Risikosituationen sind eine frühere Thrombose, größere Operationen, längere Immobilität, Krebs, Schwangerschaft und Wochenbett sowie bestimmte Hormonpräparate. Lange Reisen allein bedeuten nicht automatisch eine Thrombose. Regelmäßiges Aufstehen, Fußbewegungen und ausreichendes Trinken sind bei langen Sitzzeiten vernünftig, soweit medizinisch nichts dagegenspricht.
Alltag
Gerinnungshemmer sicher anwenden
Wurde ein Gerinnungshemmer verordnet, nehmen Sie ihn genau nach Plan. Auslassen oder Verdoppeln kann gefährlich sein. Die Apotheke kann Wechselwirkungen mit Schmerzmitteln, pflanzlichen Mitteln und anderen Arzneien prüfen. Tragen Sie Ihren Gerinnungshemmer-Ausweis bei sich und informieren Sie Arztpraxis und Zahnarzt vor Eingriffen. Kompressionsstrümpfe müssen passen und werden nur wie empfohlen verwendet.
Ungewöhnlich starke oder nicht stillbare Blutungen, schwarzer Stuhl, roter Urin, Bluterbrechen oder starke Kopfschmerzen nach einem Sturz brauchen sofortige medizinische Abklärung. Ändern Sie die Gerinnungshemmung trotzdem nie ohne fachliche Anweisung. Regelmäßige Termine klären Behandlungsdauer, Nierenfunktion, Blutungsrisiko und verbleibende Beschwerden. Eine anhaltende Schwellung nach überstandener Thrombose sollte ebenfalls besprochen werden.
Messen Sie bei einer Schwellung nicht ständig den Beinumfang, sondern merken Sie sich Beginn und Verlauf und machen Sie bei Bedarf ein Foto. Vor Operationen, langen Reisen oder einer geplanten Schwangerschaft sollte das persönliche Risiko frühzeitig besprochen werden. Eine frühere Thrombose gehört in jeden aktuellen Medikamenten- und Notfallplan. Kompressionsstrümpfe aus früheren Behandlungen sollten nicht ohne erneute Größen- und Bedarfsprüfung verwendet werden.
Quellen und weiterführende Informationen
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