Familie & Alltag
Innere Unruhe verstehen und lindern
Akute Anspannung mit einfachen Schritten senken, mögliche Auslöser beobachten und Warnzeichen ernst nehmen.
Erkennen
Im Moment wieder Halt finden
Setzen oder stellen Sie sich an einen sicheren, möglichst ruhigen Ort. Atmen Sie bewusst langsam aus, ohne krampfhaft besonders tief einzuatmen. Richten Sie die Aufmerksamkeit nacheinander auf Dinge, die Sie sehen, hören und körperlich spüren. Ein kurzer Spaziergang, lockeres Ausschütteln der Arme oder ein Gespräch mit einer vertrauten Person kann überschüssige Anspannung verringern.
Regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit, Bewegung und ein verlässlicher Tagesrhythmus stabilisieren viele Menschen. Prüfen Sie, ob viel Kaffee, Energydrinks, Nikotin, Alkohol oder andere Substanzen die Beschwerden verstärken. Reduzieren Sie nicht abrupt Medikamente, Alkohol oder beruhigende Mittel auf eigene Faust, wenn eine Abhängigkeit oder Entzugsreaktion möglich ist. Das kann gefährlich werden und gehört medizinisch begleitet.
Ein kurzes Protokoll kann Auslöser sichtbar machen: Zeitpunkt, Situation, körperliche Symptome, Schlaf, konsumierte Substanzen und neue Medikamente. Notieren Sie auch, was geholfen hat. Das ist nützlicher als ständiges Messen von Puls oder Blutdruck, wenn Kontrollieren die Angst weiter antreibt.
Alltag
Arzneimittel sind nicht die einzige Antwort
Beruhigende Mittel, auch pflanzliche, können müde machen, mit anderen Arzneimitteln wechselwirken oder die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Manche Präparate bergen ein Abhängigkeitsrisiko. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten und nennen Sie Schwangerschaft, Stillzeit, Vorerkrankungen und alle eingenommenen Mittel. Für Kinder und Jugendliche ist eine eigenständige Behandlung mit Beruhigungsmitteln ungeeignet.
Gespräche, psychotherapeutische Verfahren und gezielte Entspannung können helfen, wenn Sorgen, Angst oder dauerhafte Überlastung die Unruhe antreiben. Eine hausärztliche Untersuchung kann körperliche Ursachen und Nebenwirkungen prüfen.
Ärztlich abklären
Warnzeichen und Grenzen
Suchen Sie zeitnah Hilfe, wenn Unruhe neu und stark ist, über Wochen anhält, den Schlaf massiv stört oder mit Gewichtsverlust, Zittern, Fieber, ausgeprägtem Herzrasen oder ungewöhnlich gehobener Stimmung bei kaum Schlaf einhergeht. Plötzliche Verwirrtheit, Halluzinationen oder starke Unruhe nach Medikamenten- oder Substanzkonsum sind dringend. Brustschmerz, Ohnmacht, schwere Atemnot und akute Selbsttötungsgefahr sind Notfälle. Bleiben Sie bei der betroffenen Person und rufen Sie 112.
Quellen und weiterführende Informationen
Fragen zu Ihrer Gesundheit oder Medikation?
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