Familie & Alltag

Scheidenpilz erkennen und behandeln lassen

Typische Beschwerden einordnen, schonend mit dem Intimbereich umgehen und eine ungeeignete Selbstbehandlung vermeiden.

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Frische Handtücher im Bad
Eigene, trockene Handtücher beugen Infektionen vor. Foto: Rinku Shemar / Unsplash

Erkennen

Wann Selbstbehandlung nicht sinnvoll ist

Lassen Sie erstmalige oder unklare Beschwerden ärztlich abklären. Das gilt auch bei auffälligem Geruch, grünlichem oder blutigem Ausfluss, Schmerzen im Unterbauch, Fieber, Wunden, Bläschen oder Beschwerden nach einem neuen Sexualkontakt. Wiederholt sich das Problem häufig oder bleibt es trotz Behandlung bestehen, sollte die Ursache untersucht werden. Diabetes, bestimmte Medikamente und eine geschwächte Immunabwehr können eine Rolle spielen.

In der Schwangerschaft gehören Juckreiz, Brennen oder veränderter Ausfluss in die gynäkologische Praxis. Nicht jedes frei verkäufliche Präparat ist dann geeignet, und die Art der Anwendung kann sich unterscheiden. Auch Stillende und Jugendliche sollten vor einer Selbstbehandlung fachlichen Rat einholen.

Beratung

Apotheke und sichere Anwendung

Wenn ein Scheidenpilz bereits ärztlich bestätigt wurde und die Beschwerden eindeutig wiederkehren, kann die Apotheke bei der Wahl eines geeigneten Mittels beraten. Nennen Sie andere Medikamente, Allergien, Schwangerschaft und frühere Behandlungen. Halten Sie sich an Packungsbeilage und empfohlene Behandlungsdauer. Brechen Sie nicht eigenmächtig ab, sobald der Juckreiz nachlässt.

Verzichten Sie auf Scheidenspülungen, Intimsprays, Teebaumöl, Knoblauch oder Joghurt in der Scheide. Solche Anwendungen können die Schleimhaut reizen, Allergien auslösen und die natürliche Flora zusätzlich stören. Für die äußere Reinigung genügt lauwarmes Wasser oder ein mildes, unparfümiertes Produkt. Atmungsaktive Wäsche und das Wechseln feuchter Kleidung können Reibung und Wärme reduzieren, heilen aber keine Infektion.

Eine routinemäßige Mitbehandlung der Partnerperson ist meist nicht nötig, solange sie keine Beschwerden hat. Bei eigenen Symptomen sollte sie sich untersuchen lassen. Während akuter Beschwerden kann Geschlechtsverkehr schmerzhaft sein. Manche vaginal angewendeten Präparate können zudem die Sicherheit von Latexkondomen beeinträchtigen; beachten Sie dazu die Produktinformation.

Wechseln Sie Unterwäsche täglich und waschen Sie Hände vor und nach der Anwendung vaginaler Präparate. Handtücher sollten nicht gemeinsam benutzt werden. Übertriebene Hygienemaßnahmen oder eine spezielle Pilzdiät sind dagegen nicht nötig und können zusätzliche Belastung schaffen.

Bringen Sie mit, was Sie schon verwenden

Ihre aktuellen Arzneimittel, Vorerkrankungen und offene Fragen – im Gespräch klären wir gemeinsam, was zu Ihnen passt.

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Ärztlich abklären

Warnzeichen ernst nehmen

Starke oder zunehmende Unterbauchschmerzen, hohes Fieber, Schüttelfrost, Kreislaufbeschwerden oder ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl passen nicht zu einer unkomplizierten Selbstbehandlung. Holen Sie zeitnah medizinische Hilfe. Bei Atemnot, Gesichtsschwellung oder Kollaps nach einem Arzneimittel rufen Sie 112.

Quellen und weiterführende Informationen

Fragen zu Ihrer Gesundheit oder Medikation?

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