Familie & Alltag
Schlafstörungen Schritt für Schritt angehen
Schlafgewohnheiten stabilisieren, belastende Muster erkennen und anhaltende Schlafprobleme fachlich abklären.
Erkennen
Einen stabilen Rahmen schaffen
Stehen Sie möglichst zu einer ähnlichen Zeit auf, auch nach einer schlechten Nacht. Nutzen Sie das Bett vor allem zum Schlafen und gehen Sie erst hinein, wenn Sie müde sind. Wenn Sie lange wach liegen und sich ärgern, kann eine ruhige Tätigkeit bei gedämpftem Licht außerhalb des Bettes helfen. Kehren Sie zurück, wenn Müdigkeit einsetzt.
Tageslicht am Morgen und regelmäßige Bewegung unterstützen den Schlafrhythmus. Intensive Aktivität direkt vor dem Zubettgehen kann dagegen aufregen. Reduzieren Sie Koffein am Nachmittag und Abend und nutzen Sie Alkohol nicht als Schlafhilfe: Er kann zwar müde machen, verschlechtert aber häufig die Schlafqualität. Große Mahlzeiten und helle Bildschirme kurz vor dem Schlafen sind für manche Menschen störend.
Ein Schlaftagebuch über zwei Wochen erfasst Bettzeiten, Wachphasen, Nickerchen, Koffein, Alkohol und Tagesbefinden. Es hilft, Muster zu erkennen und liefert einer Praxis konkrete Informationen. Vermeiden Sie jedoch ständiges Kontrollieren der Uhr oder eines Schlaftrackers, wenn die Daten zusätzlichen Druck erzeugen.
Alltag
Vorsicht mit Schlafmitteln
Frei verkäufliche und verschreibungspflichtige Schlafmittel können Nebenwirkungen, Gewöhnung und Abhängigkeit verursachen. Müdigkeit am nächsten Tag erhöht das Unfallrisiko, besonders beim Autofahren. Ältere Menschen haben ein höheres Risiko für Stürze und Verwirrtheit. Auch pflanzliche Mittel können wechselwirken. Besprechen Sie Auswahl und Anwendungsdauer mit Arztpraxis oder Apotheke. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern gehören Schlafmittel nicht in die Selbstbehandlung.
Bei länger bestehender Insomnie gilt eine speziell auf Schlaf ausgerichtete kognitive Verhaltenstherapie als wichtige Behandlungsmöglichkeit. Sie bearbeitet Gewohnheiten, Gedanken und Anspannung und wirkt nachhaltiger als bloße allgemeine Schlaftipps.
Ärztlich abklären
Wann ärztliche Hilfe nötig ist
Lassen Sie sich untersuchen, wenn Beschwerden über Wochen anhalten, Leistung und Stimmung deutlich leiden oder Sie tagsüber ungewollt einschlafen. Lautes Schnarchen mit Atempausen, nächtliches Luftschnappen, unruhige Beine, starke Schmerzen oder neue Schlafprobleme nach einem Medikament brauchen Abklärung. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit oder Suizidgedanken holen Sie sofort Unterstützung; bei akuter Gefahr wählen Sie 112.
Quellen und weiterführende Informationen
Fragen zu Ihrer Gesundheit oder Medikation?
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