Schmerzen & Bewegung
Arthritis
Arthritis bezeichnet eine Gelenkentzündung, deren Ursachen von Autoimmunerkrankungen über Kristalle bis zu einer dringlich behandlungsbedürftigen Infektion reichen.
Erkennen
Entzündung ist nicht gleich Verschleiß
Arthritis bedeutet, dass ein Gelenk entzündet ist. Es schmerzt, schwillt an, fühlt sich warm an und lässt sich oft schlechter bewegen. Dahinter können sehr unterschiedliche Ursachen stehen. Bei rheumatoider Arthritis greift das Immunsystem vor allem die Gelenkinnenhaut an. Gicht entsteht durch Kristalle im Gelenk. Bakterien können eine akute Gelenkinfektion auslösen. Auch nach Infekten oder bei anderen entzündlichen Erkrankungen kann Arthritis auftreten.
Arthrose wird häufig mit Arthritis verwechselt. Bei Arthrose beginnen Beschwerden meist schleichend und treten zunächst vor allem unter Belastung auf. Eine kurze Anlaufsteifigkeit ist typisch. Entzündliche Arthritis macht dagegen häufiger längere Morgensteifigkeit, sichtbare Schwellung und Ruheschmerz. Das Muster ist nur ein Hinweis. Bluttests, Untersuchung und manchmal eine Probe der Gelenkflüssigkeit klären die Ursache.
Eine Hautschuppenflechte, entzündliche Darmerkrankung oder Augenentzündung kann für die Einordnung bedeutsam sein, auch wenn sie lange vor den Gelenkbeschwerden auftrat. Erwähnen Sie solche Erkrankungen ebenso wie Arthritis in der Familie. Fotos einer vorübergehenden Schwellung können beim Termin hilfreich sein.
Ärztlich abklären
Was bis zur Untersuchung sinnvoll ist
Ein neu geschwollenes Gelenk sollte geschont, aber nicht gewaltsam ruhiggestellt werden. Kühlen kann Schmerzen lindern; schützen Sie die Haut mit einem Tuch. Entfernen Sie Ringe frühzeitig, wenn Finger oder Hand anschwellen. Massieren oder erwärmen Sie ein heißes Gelenk nicht kräftig. Notieren Sie Beginn, betroffene Gelenke, Fieber, Hautausschlag, kürzliche Infekte, Reisen, Verletzungen und alle Medikamente. Diese Angaben können die Einordnung beschleunigen.
Rezeptfreie entzündungshemmende Schmerzmittel können Symptome dämpfen, beseitigen aber die Ursache nicht. Sie sind bei Magen- und Nierenerkrankungen, bestimmten Herz-Kreislauf-Problemen, Blutverdünnern und in Teilen der Schwangerschaft riskant. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten und vermeiden Sie doppelte Wirkstoffe in verschiedenen Präparaten. Nehmen Sie keine übrig gebliebenen Kortisontabletten oder Antibiotika auf eigene Faust. Kortison kann Infektionszeichen verschleiern, ein ungeeignetes Antibiotikum die Diagnose erschweren.
Alltag
Früh abklären, wenn Entzündung möglich ist
Wiederholt geschwollene Gelenke, symmetrische Beschwerden an Händen oder Füßen und Morgensteifigkeit über längere Zeit gehören zeitnah in eine Arztpraxis. Eine früh erkannte rheumatoide Arthritis kann gezielt behandelt werden, bevor bleibende Schäden entstehen. Noch dringender ist ein einzelnes Gelenk, das innerhalb von Stunden stark schmerzt, heiß wird und anschwillt. Bei Fieber, Schüttelfrost, Wunde am Gelenk, künstlichem Gelenk oder geschwächter Immunabwehr darf eine bakterielle Infektion nicht abgewartet werden.
Quellen und weiterführende Informationen
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