Schmerzen & Bewegung
Rückenschmerzen
Rückenschmerzen sind häufig unspezifisch, können aber bei Ausstrahlung, Gefühlsstörungen oder Allgemeinsymptomen auf eine behandlungsbedürftige Ursache hinweisen.
Erkennen
Häufige Verläufe und Unterschiede
Rückenschmerzen sitzen oft im unteren Rücken und beginnen nach ungewohnter Belastung, langem Sitzen oder ohne klaren Anlass. Meist lässt sich keine einzelne geschädigte Struktur als Ursache bestimmen. Solche unspezifischen Beschwerden können stark sein, klingen aber häufig innerhalb von Tagen oder Wochen ab. Eine auffällige Aufnahme im Röntgen oder MRT erklärt Schmerzen nicht automatisch, weil altersübliche Veränderungen auch bei beschwerdefreien Menschen vorkommen.
Zieht der Schmerz über das Gesäß in ein Bein, können Nerven gereizt sein. Kribbeln, Taubheit oder Kraftverlust sind dabei wichtiger als die reine Schmerzstärke. Flankenschmerz mit Fieber oder Beschwerden beim Wasserlassen spricht eher gegen ein gewöhnliches Rückenproblem. Nächtlicher Ruheschmerz, ungewollter Gewichtsverlust oder zunehmende Beschwerden ohne Belastungsbezug sollten ebenfalls medizinisch beurteilt werden.
Bei länger bestehenden Beschwerden beeinflussen Schlaf, Stress, Sorgen und die Erwartung von Schmerz häufig den Verlauf. Das bedeutet nicht, dass der Schmerz eingebildet ist. Eine gute Behandlung berücksichtigt körperliche Belastbarkeit, Alltag und psychische Faktoren gemeinsam, statt ausschließlich nach einer einzelnen Struktur zu suchen.
Alltag
Sicher in Bewegung bleiben
Versuchen Sie, alltägliche Aktivitäten in angepasstem Umfang fortzuführen. Kurze Spaziergänge und häufige Positionswechsel sind meist günstiger als längere Bettruhe. Verzichten Sie vorübergehend auf schweres Heben und Bewegungen, die den Schmerz deutlich verschärfen, ohne aus Angst jede Bewegung zu meiden. Wärme kann bei verspannter Muskulatur angenehm sein. Sie sollte nicht auf gefühlloser Haut angewendet werden und nicht so heiß sein, dass Verbrennungen drohen.
Wenn Schmerzmittel erwogen werden, lassen Sie in der Apotheke prüfen, welches Mittel zu Ihren Vorerkrankungen und übrigen Medikamenten passt. Entzündungshemmende Präparate können Magen, Nieren und Herz-Kreislauf-System belasten und mit Blutverdünnern wechselwirken. Mehrere Produkte mit demselben Wirkstoff dürfen nicht unbemerkt kombiniert werden. Schmerzmittel sollen Bewegung ermöglichen, nicht Warnsignale überdecken oder eine dauerhafte Eigenbehandlung ersetzen.
Ärztlich abklären
Wann Sie untersucht werden sollten
Vereinbaren Sie einen Termin, wenn sich die Beschwerden verschlechtern, nach einigen Wochen nicht bessern, wiederholt den Alltag begrenzen oder mit Fieber, Gewichtsverlust oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl einhergehen. Nach einem Sturz ist die Schwelle zur Untersuchung niedriger, besonders bei Osteoporose, höherem Alter oder längerer Kortisoneinnahme. Neue Schwäche im Bein, Probleme beim Gehen oder zunehmende Taubheit brauchen eine rasche Abklärung. Bei Taubheit im Genital- oder Afterbereich, Kontrollverlust über Blase oder Darm oder plötzlich deutlicher Lähmung zählt jede Stunde.
Quellen und weiterführende Informationen
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