Schmerzen & Bewegung
Migräne
Migräne verursacht wiederkehrende, häufig einseitig pulsierende Kopfschmerzattacken mit typischen Begleitbeschwerden und manchmal einer vorübergehenden Aura.
Erkennen
Typische Beschwerden
Eine Migräneattacke entwickelt sich oft zu mäßigen oder starken, pulsierenden Kopfschmerzen. Häufig ist eine Kopfseite betroffen, die Seite kann aber wechseln. Bewegung, Treppensteigen oder Bücken verstärken den Schmerz oft. Übelkeit, Erbrechen sowie Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen sind häufig. Spannungskopfschmerzen fühlen sich dagegen meist eher beidseitig und drückend an und werden durch normale Bewegung nicht deutlich stärker.
Ein Teil der Betroffenen erlebt vor oder während der Kopfschmerzen eine Aura. Dazu gehören flimmernde Linien, blinde Flecken, Kribbeln oder vorübergehende Wortfindungsprobleme. Solche Symptome entwickeln sich bei einer typischen Aura allmählich und bilden sich wieder zurück. Eine erstmalige Aura lässt sich jedoch nicht sicher von einem Schlaganfall unterscheiden. Plötzlich auftretende oder ungewohnt lange neurologische Ausfälle sind daher ein Notfall.
Vorboten wie Müdigkeit, häufiges Gähnen, Konzentrationsprobleme oder Stimmungsschwankungen können bereits vor der eigentlichen Attacke auftreten. Nackenbeschwerden kommen ebenfalls vor und bedeuten nicht automatisch, dass die Halswirbelsäule die Ursache ist. Entscheidend ist das wiederkehrende Gesamtbild.
Alltag
Durch eine Attacke kommen
Ziehen Sie sich, wenn möglich, in einen ruhigen abgedunkelten Raum zurück. Schlaf, eine kühle Auflage und kleine Schlucke Flüssigkeit können entlasten. Fahren Sie bei Sehproblemen, Schwindel oder eingeschränkter Aufmerksamkeit nicht selbst Auto. Ein Migränetagebuch kann zeigen, wie oft Attacken auftreten, wie lange sie dauern und ob Schlafrhythmus, ausgelassene Mahlzeiten, Menstruation oder Belastungswechsel eine Rolle spielen. Nicht jeder vermutete Auslöser muss dauerhaft gemieden werden.
Für akute Attacken gibt es Schmerzmittel und spezielle Migränemittel. Die passende Auswahl hängt unter anderem von Alter, Schwangerschaft, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen- oder Nierenproblemen und anderen Arzneimitteln ab. Triptane sind nicht für jede Person geeignet und sollten bei neuen Kopfschmerzen nicht ohne gesicherte Einordnung verwendet werden. Die Apotheke kann Wechselwirkungen und Doppelmedikation prüfen. Werden Akutmittel häufig benötigt, können sie Kopfschmerzen verstärken. Besprechen Sie dann eine ärztliche Behandlung und mögliche Vorbeugung, statt die Einnahme eigenständig auszuweiten.
Alltag
Ärztliche Abklärung
Lassen Sie neue, ungewöhnliche oder zunehmend häufige Attacken untersuchen. Das gilt besonders in Schwangerschaft und Wochenbett, nach Kopfverletzungen, bei Fieber, Krebs oder geschwächter Immunabwehr. Auch nächtliches Erwachen durch neue Schmerzen, anhaltendes Erbrechen, eine deutliche Wesensänderung oder ein anderes Muster als bei bisherigen Attacken braucht zeitnah ärztlichen Rat. Bei einer bekannten Migräne ist nicht jedes neue Symptom automatisch Teil der Erkrankung.
Quellen und weiterführende Informationen
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