Schmerzen & Bewegung
Hexenschuss
Ein Hexenschuss ist ein plötzlich einsetzender starker Kreuzschmerz, der meist ohne gefährliche Ursache entsteht, aber von Nerven- und Notfallzeichen abgegrenzt werden muss.
Erkennen
Plötzlich blockiert, aber nicht automatisch verletzt
Als Hexenschuss wird ein unvermittelt einsetzender starker Schmerz im unteren Rücken bezeichnet. Er kann beim Bücken, Heben, Drehen oder auch ohne erkennbaren Anlass auftreten. Die Muskulatur spannt sich an, Aufrichten und Gehen fallen schwer. Die Schmerzstärke sagt dabei wenig darüber aus, ob Gewebe ernsthaft geschädigt ist. Häufig handelt es sich um einen akuten unspezifischen Kreuzschmerz, der sich innerhalb kurzer Zeit wieder beruhigt.
Bleibt der Schmerz vor allem im Rücken, passt das eher zu einem Hexenschuss. Zieht er deutlich unterhalb des Knies weiter, verbunden mit Kribbeln, Taubheit oder Schwäche, kann ein Nerv betroffen sein. Fieber, Schüttelfrost, Flankenschmerz oder Beschwerden beim Wasserlassen weisen auf andere Ursachen hin. Nach einem Sturz oder bei Osteoporose muss außerdem ein Wirbelbruch bedacht werden.
Ein schiefer Gang oder eine vorübergehend gebeugte Haltung entsteht oft durch die schmerzbedingte Muskelspannung. Versuchen Sie nicht, den Rücken mit ruckartigen Manövern selbst einzurenken. Sanfte, kontrollierte Bewegungen sind die sicherere Wahl.
Alltag
Die ersten Stunden und Tage
Suchen Sie eine Position, in der Sie ruhig atmen und sich kontrolliert bewegen können. Kurzes Hinlegen ist in Ordnung, dauerhafte Bettruhe verzögert jedoch oft die Rückkehr in den Alltag. Stehen Sie regelmäßig auf, gehen Sie kleine Strecken und steigern Sie Bewegungen nach Verträglichkeit. Vermeiden Sie zunächst schweres Tragen und ruckartige Belastungen. Wärme empfinden viele als wohltuend; schützen Sie die Haut vor zu hoher Temperatur.
Rezeptfreie Schmerzmittel kommen nur infrage, wenn keine Gegenanzeigen bestehen. Besonders entzündungshemmende Mittel können bei Magen- oder Nierenerkrankungen, Herzproblemen, Blutverdünnern oder in der Schwangerschaft ungeeignet sein. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten und nennen Sie alle Präparate, die Sie bereits einnehmen. Kombinieren Sie nicht eigenständig mehrere Schmerzmittel und übernehmen Sie keine Dosierung von anderen Personen. Starke oder anhaltende Schmerzen sollten ärztlich beurteilt werden, statt sie über längere Zeit selbst zu behandeln.
Ärztlich abklären
Warnzeichen ernst nehmen
Eine zeitnahe Untersuchung ist nötig, wenn der Schmerz nach einem Unfall begann, stetig zunimmt, mit Fieber oder deutlichem Krankheitsgefühl verbunden ist oder bei Krebs, Osteoporose, Immunschwäche beziehungsweise längerer Kortisoneinnahme auftritt. Neue Muskelschwäche oder zunehmende Gefühlsstörungen im Bein müssen rasch abgeklärt werden. Taubheit im Schritt, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, unbemerkter Urin- oder Stuhlabgang und beidseitige Lähmungszeichen sind Notfälle. Fahren Sie dann nicht selbst, sondern organisieren Sie sofort medizinische Hilfe.
Quellen und weiterführende Informationen
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