Schmerzen & Bewegung
Arthrose
Bei Arthrose verändert sich ein Gelenk schrittweise, wobei Beschwerden und Röntgenbefund nicht immer gleich stark ausgeprägt sind.
Erkennen
Beschwerden sind wichtiger als das Bild
Arthrose betrifft das gesamte Gelenk, nicht nur den Knorpel. Typisch sind Schmerzen bei Belastung, eine eingeschränkte Beweglichkeit und ein Anlaufschmerz nach längerem Sitzen oder Liegen. Dieser lässt mit Bewegung oft relativ schnell nach. Im weiteren Verlauf können Ruhe- oder Nachtschmerzen hinzukommen. Manche Menschen haben deutliche Veränderungen im Röntgenbild und kaum Beschwerden, andere starke Schmerzen bei wenig sichtbaren Veränderungen. Ein Befund allein bestimmt daher nicht, wie behandelt werden sollte.
Arthrose ist von Arthritis zu unterscheiden. Bei einer entzündlichen Arthritis sind Gelenke häufig warm und geschwollen, die Morgensteifigkeit hält eher länger an und oft sind mehrere Gelenke betroffen. Auch Gicht, Verletzungen und Sehnenprobleme können ähnlich wirken. Ein plötzlich rotes, heißes Gelenk ist nicht einfach ein üblicher Arthroseschub und sollte ärztlich beurteilt werden.
Alltag
Bewegung passend dosieren
Regelmäßige Bewegung stärkt Muskeln, erhält Beweglichkeit und verbessert die Belastbarkeit. Geeignet ist eine Aktivität, die sich dosieren und schrittweise steigern lässt, etwa Gehen, Radfahren, Wassergymnastik oder gezieltes Krafttraining. Ein vorübergehender leichter Schmerzanstieg bedeutet nicht automatisch Schaden. Hält eine deutliche Verschlechterung jedoch bis zum nächsten Tag an, war die Belastung wahrscheinlich zu hoch. Physiotherapeutische Anleitung kann helfen, ein sicheres Programm zu finden.
Bei Knie- oder Hüftarthrose können gut sitzende Schuhe, ein Gehstock oder andere Hilfsmittel den Alltag erleichtern. Bei höherem Körpergewicht kann eine realistische Gewichtsabnahme belastete Gelenke entlasten, sie ersetzt aber nicht die Bewegung. Nahrungsergänzungsmittel und vermeintliche Knorpelaufbaukuren halten oft mehr versprochen, als verlässlich belegt ist.
Planen Sie Belastung und Erholung, ohne alle Aktivitäten an schmerzhaften Tagen abzusagen. Kürzere Einheiten, ein langsameres Tempo oder eine andere Bewegungsform erhalten Routine und Selbstständigkeit. Dauerhafte Schonung schwächt dagegen die Muskulatur, die das Gelenk stabilisiert.
Entzündungshemmende Schmerzmittel können Beschwerden kurzfristig lindern, bergen aber Risiken für Magen, Nieren und Herz-Kreislauf-System. Gele können bei oberflächlichen Gelenken eine Option sein. Lassen Sie in Arztpraxis oder Apotheke prüfen, was mit Ihren Erkrankungen und übrigen Medikamenten vereinbar ist. Spritzen und operative Verfahren brauchen eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung.
Ärztlich abklären
Wann zur Untersuchung
Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Schmerzen neu sind, zunehmen, den Schlaf stören oder Bewegung immer stärker einschränken. Nach Sturz, bei Blockierung des Gelenks oder fehlender Belastbarkeit ist eine rasche Untersuchung sinnvoll. Fieber, starke Überwärmung und deutliche Rötung erfordern eine dringende Abklärung, weil eine Infektion oder andere akute Entzündung dahinterstecken kann.
Quellen und weiterführende Informationen
Fragen zu Ihrer Gesundheit oder Medikation?
Fragen Sie einen persönlichen Beratungstermin in unserer Apotheke an.