Schmerzen & Bewegung

Gelenkschmerzen

Gelenkschmerzen können durch Überlastung, Verletzung, Verschleiß, Kristalle oder Entzündung entstehen und werden nach Beginn, Schwellung und Begleitsymptomen eingeordnet.

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Person sitzt mit angewinkelten Beinen
Gelenke profitieren von regelmäßiger, sanfter Bewegung. Foto: Anna Auza / Unsplash

Erkennen

Das Muster liefert wichtige Hinweise

Gelenkschmerz ist ein Symptom, keine Diagnose. Nach ungewohnter Belastung kann ein einzelnes Gelenk vorübergehend gereizt sein. Schmerzen bei Belastung und kurze Steifigkeit nach Ruhe kommen häufig bei Arthrose vor. Länger anhaltende Morgensteifigkeit, Wärme und Schwellung mehrerer Gelenke können eher für eine entzündliche Erkrankung sprechen. Ein plötzlich innerhalb von Stunden sehr schmerzhaftes, gerötetes Gelenk kann unter anderem durch Gicht oder eine Infektion entstehen. Diese Ursachen lassen sich ohne Untersuchung nicht sicher unterscheiden.

Nicht jeder Schmerz nahe eines Gelenks stammt aus dem Gelenk selbst. Auch Sehnen, Schleimbeutel, Muskeln oder ausstrahlende Nerven können Beschwerden verursachen. Beobachten Sie deshalb, wo der Schmerz genau sitzt, ob das Gelenk sichtbar dicker oder warm ist und welche Bewegungen möglich bleiben. Notieren Sie auch Fieber, Hautveränderungen, vorausgegangene Infekte, Verletzungen und neu begonnene Medikamente.

Bei Kindern und Jugendlichen gehören Gelenkschmerzen mit Fieber, Ausschlag, deutlicher Schwellung oder Schonhinken zeitnah abgeklärt. Wachstum allein erklärt keine sichtbare Entzündung. Bei älteren Menschen können neue Beschwerden zudem durch einen unbemerkten Sturz oder eine Medikamentennebenwirkung mitbedingt sein.

Alltag

Schonende erste Maßnahmen

Nach einer leichten Überlastung ist es sinnvoll, die auslösende Tätigkeit vorübergehend zu reduzieren. Das Gelenk sollte dennoch im schmerzarmen Bereich bewegt werden, sofern keine frische schwere Verletzung vorliegt. Bei Schwellung kann kurzes Kühlen angenehm sein. Legen Sie Kälte nie direkt auf die Haut. Vermeiden Sie kräftiges Massieren eines heißen oder deutlich geschwollenen Gelenks.

Schmerzgele oder Tabletten mit entzündungshemmenden Wirkstoffen sind nicht automatisch harmlos. Tabletten können Magen, Nieren und Herz-Kreislauf-System belasten; auch Gele sind nicht für jede Person geeignet. Schwangerschaft, Blutverdünner, Asthma nach Schmerzmitteln und bestehende Organerkrankungen gehören in die Beratung. Fragen Sie in der Apotheke nach einer passenden kurzfristigen Anwendung und achten Sie darauf, Wirkstoffe nicht über mehrere Produkte doppelt einzunehmen. Eine unbekannte Gelenkentzündung sollte nicht nur mit Schmerzmitteln verdeckt werden.

Ärztlich abklären

Wann ärztliche Hilfe wichtig ist

Nach einem Unfall braucht ein fehlgestelltes, instabiles oder nicht belastbares Gelenk rasch eine Untersuchung. Dasselbe gilt bei ausgeprägter Schwellung, Taubheit oder blasser beziehungsweise bläulicher Haut unterhalb der Verletzung. Ohne Unfall sollten anhaltende Schmerzen, wiederkehrende Schwellungen und zunehmende Bewegungseinschränkung ärztlich abgeklärt werden. Besonders dringend ist ein heißes, rotes Gelenk mit Fieber, Schüttelfrost oder allgemeiner Schwäche. Eine Gelenkinfektion kann das Gelenk schnell schädigen und darf nicht abgewartet werden.

Quellen und weiterführende Informationen

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