Atemwege & Infektionen
Husten
Husten schützt die Atemwege, kann aber je nach Dauer, Begleitsymptomen und Ursache unterschiedlich abgeklärt werden müssen.
Erkennen
Husten ist ein Schutzreflex
Husten befördert Schleim, Staub und Fremdkörper aus den Atemwegen. Bei einem Infekt beginnt er oft trocken und wird später von Auswurf begleitet. Akuter Husten klingt meist innerhalb einiger Wochen ab, auch wenn Erkältungssymptome schon verschwunden sind. Die Farbe des Schleims allein zeigt nicht zuverlässig, ob Bakterien beteiligt sind oder Antibiotika helfen würden.
Neben Infekten kommen unter anderem Asthma, Allergien, Sodbrennen, Reizstoffe, manche Medikamente oder chronische Lungenerkrankungen als Ursache infrage. Auch die Dauer liefert wichtige Hinweise. Ein plötzlich einsetzender Husten beim Essen oder Spielen kann auf einen eingeatmeten Fremdkörper hindeuten. Keuchhusten verursacht oft anfallsartige Attacken, kann bei Erwachsenen aber auch nur als hartnäckiger Husten erscheinen.
Alltag
Was den Alltag erleichtern kann
Trinken Sie nach Durst und meiden Sie Tabakrauch sowie stark parfümierte oder staubige Luft. Warme Getränke können als angenehm empfunden werden. Erwachsene und Kinder über einem Jahr können bei akutem Erkältungshusten etwas Honig versuchen; für Säuglinge ist Honig nicht geeignet. Schlafen mit leicht erhöhtem Oberkörper kann nächtlichen Husten lindern.
Unterdrücken Sie produktiven Husten nicht ständig, denn Schleim soll abtransportiert werden. Sehr heiße Dampfinhalationen bergen eine Verbrühungsgefahr. Körperliche Belastung sollte pausieren, wenn Fieber, Luftnot oder deutliche Schwäche bestehen. Bei einem Atemwegsinfekt helfen Abstand, Lüften und Husten in die Armbeuge, andere zu schützen.
Beratung
Was die Apotheke klären kann
Apotheken können einschätzen, ob ein rezeptfreies Mittel zur Art des Hustens und zur betroffenen Person passt. Hustenstiller und Schleimlöser verfolgen unterschiedliche Ziele und sollten nicht wahllos kombiniert werden. Bei Kindern gelten Altersgrenzen; in Schwangerschaft, bei Vorerkrankungen oder anderen Arzneimitteln sind Wechselwirkungen und Gegenanzeigen zu beachten. Fragen Sie auch nach, wenn ein neu begonnenes Medikament mit dem Husten zusammenhängen könnte, und setzen Sie verordnete Mittel nicht eigenständig ab.
Bringen Sie mit, was Sie schon verwenden
Ihre aktuellen Arzneimittel, Vorerkrankungen und offene Fragen – im Gespräch klären wir gemeinsam, was zu Ihnen passt.
Ärztlich abklären
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Lassen Sie Husten zeitnah abklären, wenn er länger als wenige Wochen anhält, wiederkehrt oder mit hohem Fieber, Atemnot, Brustschmerzen, Gewichtsverlust, nächtlichem Schwitzen oder Blut im Auswurf verbunden ist. Für Säuglinge, Menschen mit geschwächter Abwehr sowie Personen mit Herz- oder Lungenerkrankungen gilt eine niedrigere Schwelle. Auch Hustenattacken mit Erbrechen oder Kontakt zu Keuchhusten gehören in ärztliche Hände.
Bei plötzlicher schwerer Atemnot, Erstickungsverdacht, Bewusstseinsstörung oder stärkerem Bluthusten mit Kreislaufproblemen sofort 112 rufen.
Quellen und weiterführende Informationen
Fragen zu Ihrer Gesundheit oder Medikation?
Fragen Sie einen persönlichen Beratungstermin in unserer Apotheke an.