Atemwege & Infektionen

Keuchhusten

Keuchhusten ist eine hochansteckende bakterielle Infektion mit oft wochenlangen Hustenattacken und besonderem Risiko für Säuglinge.

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Person ruht sich auf einem Stuhl aus
Ruhe und Geduld sind bei Keuchhusten besonders wichtig. Foto: Gabrielle Dickson / Unsplash

Erkennen

Mehr als ein gewöhnlicher Husten

Keuchhusten, medizinisch Pertussis, wird durch Bakterien verursacht und über Tröpfchen übertragen. Zu Beginn ähnelt die Erkrankung einer Erkältung mit Schnupfen und leichtem Husten. Später können heftige, stoßweise Hustenattacken folgen. Danach ziehen Betroffene manchmal geräuschvoll Luft ein, würgen Schleim hoch oder erbrechen. Der Husten kann viele Wochen anhalten.

Bei geimpften Jugendlichen und Erwachsenen fehlt das typische Keuchen oft. Ein hartnäckiger Husten kann dann das einzige Zeichen sein. Säuglinge husten mitunter kaum, können aber Atempausen entwickeln. Weder eine frühere Erkrankung noch eine Impfung schützt lebenslang, doch die Impfung senkt besonders das Risiko schwerer Verläufe. Der Impfstatus sollte deshalb auch bei Erwachsenen regelmäßig geprüft werden, insbesondere vor engem Kontakt zu einem Neugeborenen.

Alltag

Verhalten bei Verdacht

Nehmen Sie bei anfallsartigem oder länger als etwa zwei Wochen bestehendem Husten ärztlichen Kontakt auf, besonders nach Kontakt zu einem bestätigten Fall. Kündigen Sie den Verdacht vor dem Praxisbesuch an, damit andere Wartende geschützt werden können. Halten Sie Abstand zu Säuglingen, Schwangeren kurz vor der Geburt und Menschen mit schweren Grunderkrankungen.

Während der Hustenphase helfen Ruhe, eine rauchfreie Umgebung und kleine, gut verträgliche Mahlzeiten. Nach Attacken kann Erbrechen auftreten, deshalb sind regelmäßige kleine Trinkmengen wichtig. Körperliche Anstrengung kann neue Attacken auslösen. Antibiotika können früh im Verlauf Beschwerden beeinflussen und später vor allem die Ansteckungsdauer verkürzen. Ob und welches Mittel nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Beratung

Rolle der Apotheke

Die Apotheke kann bei der Linderung gereizter Atemwege unterstützen und die Eignung rezeptfreier Mittel prüfen. Übliche Hustensäfte helfen gegen Pertussisattacken häufig nur begrenzt. Bei Kindern, Schwangerschaft oder weiteren Medikamenten ist besondere Vorsicht nötig. Die Apotheke kann außerdem zur Impfauffrischung informieren, ersetzt bei Verdacht aber weder Labortest noch ärztliche Behandlung.

Bringen Sie mit, was Sie schon verwenden

Ihre aktuellen Arzneimittel, Vorerkrankungen und offene Fragen – im Gespräch klären wir gemeinsam, was zu Ihnen passt.

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Ärztlich abklären

Wann rasch medizinische Hilfe nötig ist

Säuglinge mit möglichem Keuchhusten müssen sofort ärztlich beurteilt werden, weil Atemaussetzer unbemerkt auftreten können. Dringender Rat ist auch nötig bei häufigem Erbrechen, fehlender Flüssigkeitsaufnahme, zunehmender Erschöpfung, Lungenbeschwerden oder Hustenverletzungen. Für Haushaltskontakte können medizinische Schutzmaßnahmen relevant sein; klären Sie dies zeitnah.

Beobachten Sie bei einer Attacke Atmung und Hautfarbe und lassen Sie die betroffene Person möglichst aufrecht sitzen. Bei Atemaussetzern, bläulicher Haut, Bewusstseinsstörung oder schwerer Atemnot rufen Sie sofort 112.

Quellen und weiterführende Informationen

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