Schmerzen & Bewegung
Osteoporose
Bei Osteoporose nimmt die Knochenfestigkeit ab, wodurch Brüche wahrscheinlicher werden, obwohl die Erkrankung selbst meist lange keine Schmerzen verursacht.
Erkennen
Osteoporose bleibt oft unbemerkt
Osteoporose bedeutet, dass Knochen weniger belastbar sind und leichter brechen. Die verringerte Knochendichte selbst tut normalerweise nicht weh. Beschwerden entstehen häufig erst durch einen Bruch, etwa an Wirbelkörper, Hüfte, Handgelenk oder Oberarm. Wirbelbrüche können plötzlich Rückenschmerz verursachen, aber auch unbemerkt bleiben. Eine abnehmende Körpergröße oder zunehmend gebeugte Haltung kann darauf hinweisen.
Das Bruchrisiko hängt nicht nur von einem Messwert ab. Alter, frühere Brüche, Stürze, niedriges Körpergewicht, Rauchen, Alkoholkonsum, familiäre Belastung und bestimmte Erkrankungen spielen ebenfalls eine Rolle. Auch eine längerfristige Behandlung mit Kortison kann den Knochen schwächen. Eine Knochendichtemessung ist deshalb besonders dann sinnvoll, wenn ihr Ergebnis eine Behandlungsentscheidung beeinflussen würde.
Bringen Sie zu einem Beratungstermin eine vollständige Medikamentenliste mit. Schlaf- und Beruhigungsmittel, Blutdrucksenker oder andere Präparate können bei manchen Menschen Schwindel und Stürze begünstigen. Änderungen gehören jedoch in ärztliche Hände; setzen Sie notwendige Medikamente nicht eigenständig ab.
Alltag
Knochen stärken und Stürze vermeiden
Regelmäßige Bewegung ist trotz Osteoporose wichtig. Krafttraining, Gleichgewichtsübungen und belastende Alltagsbewegung können Muskeln und Knochen stärken und die Trittsicherheit verbessern. Das Programm sollte zu Fitness, Vorerkrankungen und möglichen Wirbelbrüchen passen. Wer unsicher geht oder bereits gestürzt ist, kann sich physiotherapeutisch beraten lassen. Gute Beleuchtung, feste Schuhe, freie Laufwege und überprüfte Sehhilfen reduzieren Stolperrisiken im Alltag.
Kalzium sollte möglichst über eine ausgewogene Ernährung aufgenommen werden. Vitamin D bildet der Körper unter Einfluss von Sonnenlicht; bei manchen Menschen besteht dennoch ein Mangelrisiko. Nahrungsergänzungsmittel sind nicht pauschal nötig und können Nebenwirkungen verursachen. Besprechen Sie Einnahme und mögliche Blutkontrollen mit der Arztpraxis oder Apotheke, statt mehrere Präparate eigenständig zu kombinieren.
Spezielle Osteoporosemedikamente können bei erhöhtem Bruchrisiko sinnvoll sein. Auswahl und Dauer hängen von der persönlichen Situation ab. Einige Mittel müssen nach genauen Vorgaben eingenommen werden oder erfordern Kontrollen von Nierenfunktion, Kalziumversorgung und Zähnen. Setzen Sie verordnete Mittel nicht ohne Rücksprache ab, weil bei manchen Wirkstoffen eine geplante Anschlussbehandlung wichtig ist.
Alltag
Schmerzen nach geringer Belastung abklären
Neue starke Rücken-, Leisten- oder Hüftschmerzen nach einem kleinen Sturz oder sogar nach Heben und Husten können auf einen Bruch hinweisen. Lassen Sie das zeitnah untersuchen, besonders wenn Osteoporose bekannt ist. Nach einem Sturz sind ein verkürztes oder verdrehtes Bein und die Unfähigkeit aufzustehen typische Alarmzeichen. Lähmung, Taubheit, Atemprobleme oder Kontrollverlust über Blase und Darm erfordern sofortige Notfallhilfe.
Quellen und weiterführende Informationen
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