Schmerzen & Bewegung
Prellung und Verstauchung
Bei einer Prellung wird Gewebe durch stumpfe Gewalt gequetscht, während bei einer Verstauchung ein Gelenk und seine Bänder über den normalen Bewegungsumfang hinaus belastet werden.
Erkennen
Zwei verschiedene Verletzungen
Eine Prellung entsteht durch einen Stoß, Tritt oder Sturz. Haut und tieferes Gewebe werden gegen den Knochen gedrückt, ohne dass eine offene Wunde entstehen muss. Schmerzen, Schwellung und ein Bluterguss sind typisch. Bei einer Verstauchung wird ein Gelenk verdreht oder überstreckt. Dabei werden Bänder und Gelenkkapsel überdehnt; Bänder können auch an- oder durchreißen. Besonders häufig ist der Knöchel betroffen.
Die Beschwerden überschneiden sich. Ein Bluterguss beweist weder eine harmlose Prellung noch einen Bänderriss. Starke Druckschmerzen direkt über einem Knochen, sichtbare Fehlstellung, Instabilität oder fehlende Belastbarkeit können für eine schwerere Verletzung sprechen. Auch wenn Gehen noch möglich ist, lässt sich ein Bruch nicht in jedem Fall sicher ausschließen.
Blutergüsse können sich erst Stunden später zeigen und durch die Schwerkraft von der eigentlichen Verletzungsstelle wegwandern. Ihre Farbe verändert sich im Heilungsverlauf. Eine rasche, sehr ausgedehnte Einblutung ist unter Blutverdünnern jedoch besonders ernst zu nehmen.
Alltag
Was unmittelbar hilft
Beenden Sie die belastende Tätigkeit. Lagern Sie die verletzte Gliedmaße hoch und kühlen Sie in kurzen Abschnitten mit einem Tuch zwischen Haut und Kühlpack. Ein elastischer Verband kann die Schwellung begrenzen, darf aber Durchblutung und Gefühl nicht beeinträchtigen. Lockern oder entfernen Sie ihn bei Kribbeln, zunehmendem Schmerz, Blässe oder kalten Fingern beziehungsweise Zehen. Ringe und enge Schmuckstücke sollten bei einer verletzten Hand früh abgenommen werden.
Nach der ersten Ruhephase ist angepasste Bewegung oft sinnvoller als langes vollständiges Stillhalten. Beginnen Sie nur mit Bewegungen, die kontrolliert möglich sind. Sport sollte erst wieder aufgenommen werden, wenn das Gelenk im Alltag stabil ist und Beweglichkeit sowie Kraft weitgehend zurückgekehrt sind.
Schmerzgele oder Tabletten können kurzfristig helfen, sind aber nicht für alle geeignet. Entzündungshemmende Wirkstoffe können Magen, Nieren und Herz-Kreislauf-System belasten und mit Blutverdünnern wechselwirken. Fragen Sie in der Apotheke nach einer sicheren Option und kombinieren Sie keine Präparate mit demselben Wirkstoff. Tragen Sie Gele nicht auf offene Haut auf.
Ärztlich abklären
Wann untersuchen lassen
Eine rasche ärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn Auftreten oder Benutzen der Gliedmaße kaum möglich ist, die Schwellung schnell zunimmt, ein Gelenk blockiert oder die Beschwerden nach einigen Tagen nicht klar nachlassen. Dasselbe gilt bei sehr großen Blutergüssen unter Blutverdünnung. Starke zunehmende Spannung im Gewebe, Gefühlsverlust, Lähmung oder eine blasse und kalte Gliedmaße können auf eine gestörte Durchblutung oder gefährlichen Gewebedruck hinweisen und sind ein Notfall.
Quellen und weiterführende Informationen
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