Atemwege & Infektionen
Nasennebenhöhlenentzündung
Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung folgt oft auf eine Erkältung und klingt meist ohne Antibiotika wieder ab.
Erkennen
Was eine Sinusitis ausmacht
Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Räume, deren Schleimhaut mit der Nase verbunden ist. Schwillt sie bei einem Infekt an, kann Sekret schlechter abfließen. Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung verursacht häufig eine verstopfte Nase, eingeschränkten Geruch und drückende Schmerzen an Stirn, Wangen oder Oberkiefer. Beim Vorbeugen kann der Druck stärker werden. Auch Kopf- oder Zahnschmerzen und Fieber sind möglich.
Meist beginnt die Entzündung mit einer viralen Erkältung. Verfärbtes Sekret allein bedeutet nicht, dass Bakterien die Ursache sind. Beschwerden über mehr als drei Monate werden als chronisch eingeordnet und haben oft andere Zusammenhänge, etwa Allergien, Asthma, Nasenpolypen oder anatomische Engstellen. Diese benötigen meist eine gezielte Abklärung.
Alltag
Was zu Hause helfen kann
Kochsalzspray oder eine sorgfältig angewendete Nasenspülung können Sekret lösen und die Schleimhaut befeuchten. Reinigen Sie das Hilfsmittel nach Anleitung und verwenden Sie geeignetes Wasser. Trinken Sie nach Durst, ruhen Sie sich bei einem Infekt aus und meiden Sie Rauch. Warme Auflagen werden manchmal als angenehm empfunden, ihre Wirkung ist jedoch individuell.
Verzichten Sie auf sehr heiße Dampfinhalationen, weil Verbrühungen möglich sind. Antibiotika sind bei unkomplizierter akuter Sinusitis meist nicht erforderlich und sollten nur nach ärztlicher Beurteilung eingesetzt werden. Gelb-grüner Schleim ist kein ausreichender Grund dafür.
Beratung
Unterstützung durch die Apotheke
Die Apotheke kann prüfen, ob ein Schmerzmittel oder ein Nasenspray für Sie geeignet ist. Abschwellende Sprays dürfen nur kurzzeitig angewendet werden, da längerer Gebrauch die Verstopfung verstärken kann. Entzündungshemmende Nasensprays wirken anders und kommen in bestimmten Fällen infrage; Anwendung und Wirkeintritt sollten erklärt werden. Lassen Sie sich bei Schwangerschaft, Kindern, Bluthochdruck, Augenproblemen, Vorerkrankungen oder weiteren Arzneimitteln individuell beraten.
Bringen Sie mit, was Sie schon verwenden
Ihre aktuellen Arzneimittel, Vorerkrankungen und offene Fragen – im Gespräch klären wir gemeinsam, was zu Ihnen passt.
Ärztlich abklären
Wann ärztlich abklären lassen
Suchen Sie eine Praxis auf, wenn starke Schmerzen, hohes Fieber oder deutlich einseitige Beschwerden bestehen, wenn es nach anfänglicher Besserung wieder schlechter wird oder nach ein bis zwei Wochen keine Besserung erkennbar ist. Wiederkehrende Episoden, Beschwerden über viele Wochen, anhaltender Geruchsverlust und mögliche Zahnauslöser sollten ebenfalls untersucht werden. Bei geschwächter Immunabwehr ist frühzeitiger Rat sinnvoll.
Eine Schwellung oder Rötung um ein Auge, Schmerzen bei Augenbewegungen, Doppelbilder, starke Lichtempfindlichkeit oder außergewöhnlich heftige Kopfschmerzen erfordern sofortige medizinische Abklärung. Bei Sehstörungen, starker Benommenheit oder Nackensteife zusammen mit heftigen Beschwerden rufen Sie 112.
Quellen und weiterführende Informationen
Fragen zu Ihrer Gesundheit oder Medikation?
Fragen Sie einen persönlichen Beratungstermin in unserer Apotheke an.