Atemwege & Infektionen
Zeckenstich
Nach einem Zeckenstich senken rasches Entfernen und aufmerksame Beobachtung das Risiko, eine übertragene Erkrankung zu übersehen.
Erkennen
Zecken können Erreger übertragen
Ein Zeckenstich bleibt oft unbemerkt und ist zunächst harmlos. In Deutschland können Zecken vor allem Borrelien und in bestimmten Risikogebieten FSME-Viren übertragen. Eine kleine Rötung direkt um die Stichstelle ist häufig eine örtliche Hautreaktion und klingt meist ab. Eine sich über Tage vergrößernde, oft ringförmige Rötung kann dagegen auf Borreliose hinweisen. Sie muss nicht immer wie ein deutlicher Ring aussehen.
FSME beginnt bei einem Teil der Erkrankten mit grippeähnlichen Beschwerden. Nach einer beschwerdefreien Phase können selten Entzündungen von Hirnhäuten, Gehirn oder Rückenmark folgen. Gegen FSME gibt es eine Impfung, gegen Borreliose derzeit keine allgemein verfügbare Schutzimpfung für Menschen.
Alltag
Die Zecke richtig entfernen
Entfernen Sie die Zecke möglichst bald mit einer feinen Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange. Greifen Sie sie hautnah an den Mundwerkzeugen und ziehen Sie langsam und kontrolliert heraus. Quetschen Sie den vollgesogenen Körper möglichst nicht. Öl, Klebstoff, Alkohol oder Hitze sind ungeeignet, weil sie die Entfernung verzögern und die Zecke reizen können.
Reinigen Sie anschließend die Stichstelle und das Werkzeug. Bleibt ein kleiner Teil des Stechapparats in der Haut, ist das meist kein Notfall; die Haut kann ihn wie einen Splitter abstoßen. Versuchen Sie nicht, tief in der Haut zu schneiden. Notieren Sie Datum und Körperstelle oder machen Sie ein Foto, damit spätere Veränderungen besser eingeordnet werden können.
Beratung
Was die Apotheke beitragen kann
Die Apotheke kann bei der Auswahl und Anwendung eines geeigneten Zeckenwerkzeugs helfen, die Wundpflege erklären und über zugelassene Schutzmittel für Haut oder Kleidung informieren. Auch Fragen zur FSME-Impfung und zu Risikogebieten lassen sich dort vorbesprechen. Eine vorsorgliche Einnahme von Antibiotika nach jedem Zeckenstich ist in Deutschland üblicherweise nicht angezeigt und gehört in ärztliche Entscheidung.
Bringen Sie mit, was Sie schon verwenden
Ihre aktuellen Arzneimittel, Vorerkrankungen und offene Fragen – im Gespräch klären wir gemeinsam, was zu Ihnen passt.
Alltag
Worauf Sie danach achten sollten
Beobachten Sie die Stelle und Ihr Befinden mehrere Wochen. Ärztlicher Rat ist nötig, wenn sich die Rötung ausbreitet, grippeähnliche Beschwerden auftreten oder später Gelenkschwellungen, Nervenschmerzen, Taubheit oder eine Gesichtslähmung entstehen. Stark entzündete, eitrige oder zunehmend schmerzhafte Stichstellen sollten ebenfalls untersucht werden. Eine Zecke an schwer erreichbarer Stelle kann in einer Praxis entfernt werden.
Starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Nackensteife, Verwirrtheit oder neurologische Ausfälle brauchen sofortige medizinische Abklärung. Bei Lähmungen, Bewusstseinsstörung oder schwerer Atemnot rufen Sie 112.
Quellen und weiterführende Informationen
Fragen zu Ihrer Gesundheit oder Medikation?
Fragen Sie einen persönlichen Beratungstermin in unserer Apotheke an.